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Vollständige Version anzeigen : was kostet EDV?


dancer1970
24.10.2001, 09:15
Hallo, ich arbeite in einer öffentlichen Verwaltung und unserem Chef ist der Aufwand für die EDV zu hoch geworden.
Gibt es Erfahrungs- oder Richtwerte was ein PC-Arbeitsplatz im Jahr kosten darf? Wieviel Personal zur Schulung und Unterstützung der Mitarbeiter erforderlich ist?
Im Moment haben wir über 70 PC Arbeitsplätze in einem heterogen Netzwerk (Win 98, Win 2000, NT, Linux, UNIX), es gibt einen Systembetreuer und in den Abteilung insgesamt fünf weitere Personen, die den Systembetreuer zeitweise oder projektbezogen unterstützen.
Würde mich über Antworten freuen.

Dancer

dancer1970
31.10.2001, 09:23
bislang sind leider keine Antworten eingegangen. Ist das Thema zu schwierig oder nur einfach fehl am Platze?
Wenn doch keine Antworten eingehen, kann dieser Beitrag auch gern wieder gelöscht werden.
Trotzdem danke

Stefan

peppi
31.10.2001, 09:42
Hallo,

da ich sehr viel in Verwaltungen schule, kenne ich den Aufwand, der da betrieben wird (betrieben werden muß).
Es ist offensichtlich "ein Faß ohne Boden". Teilweise hat man mit 1-2 Personen in der EDV-Abteilung angefangen und ist in der Zwischenzeit bei 10 Leuten.
Das liegt aber auch z.T daran, daß die Zeit immer schnellebiger wird, was den Kauf neuer Produkte anbelangt. Sobald man auf eine neue Software updatet, beinhaltet das eigentlich gleichzeitig, daß man neue Rechner benötigt. Außerdem lohnen sich offensichtlich Reparaturen nicht mehr und es muß immer neu gekauft werden.

Zum anderen liegt das aber z.T. auch an den Angestellten selbst. In der freien Marktwirtschaft werden zwar auch Kurse vom Arbeitgeber bezahlt, die Arbeitnehmer müssen das aber in ihrer Freizeit machen.
Oftmals ist keiner bereit, auch nur 30,--/40,-- DM privat für ein Buch zu bezahlen. Es ist, glaube ich, kaum jemandem klar, daß er für sich lernt und nicht für den Arbeitgeber.

Ich denke aber, daß es doch sicherlich für die Behörden irgendwelche Richtwerte gibt. Vielleicht kannst Du mal bei K.I.V. nachfragen, die ja auch für den Großteil der Programme, die in den Behörden benutzt werden, verantwortlich zeichnet.

dancer1970
31.10.2001, 09:54
vielen Dank für die Antwort Peppi.
So oder so ähnlich sieht es aus, obwohl wird nicht jeden Softwaresprung mitmachen und zum Glück auch keine Behörde sind. Wir haben nur einen Beamten und werden eher unternehmerisch geführt.
Was ist KIV?

Stefan

joku
17.11.2001, 10:45
Vielleicht kannst Du auch mal bei der IHK Industrie- und Handelskammer nachfragen. Oder ruf doch (Du bist ja in der öffentlichen Verwaltung) Kollegen aus ähnlichen Behörden an!
Ideen für ca. 70 PCs:
- Straßenverkehrsamt
- Bauamt
- DRK-Regionalzentrale
- die IHK selbst
- Stadverwaltung einer Klein(st)stadt
- mittelständische Firma
- kleines Finanzamt
- große Behinderteneinrichtung mit 400 Werkstattplätzen + 500 Wohnheimplätzen
- usw.
EDV-Kollegen sind gelegentlich recht gesprächig und wenn es um halb-private Hilfe für einen Kollegen geht recht freundlich.

Versuch vor allem mal Leute (oder ein Internet-Forum) aus dem Bereich Controlling zu finden. Solche Leute müssten das Ganze wissenoder rasch ermitteln können; genau dazu sind sie ausgebildet.
Forum z. B. http://www.my-controlling.de/forum/index.html (gefunden mit www.metager.de (http://www.metager.de) )

Ansonsten hilft pro EDV-Platz nur 'normale' Betriebswirtschaft:
= Abschreibung für PC+Software auf 3 Jahre
+ Abschreibung für anteilige Netz-Ware
+ Abschreibung für anteilige Server- und Speicher-Ware
+ kalkulatorische Zinsen
+ 1000 DM Schulung
+ Quadratmeter kosten
+ Abschreibung für Schreibtisch + Lampe
+ Reparaturen
+ EDV-Fuzzies (Du incl. Lohn-Nebenkosten) anteilig pro N PC-User (N=20 oder =30 falls Du nichts sonst tust)
+ggf. der Mensch am PC selbst(incl. Lohn-Nebenkosten)
+ usw.

Bei neu einzurichtenden Pätzen Einsparungen oder zusätzlich erbrachte Leistungen dagegen setzen (ggf. Angebote einholen, was die Leistung bei Anderen kosten würde)

Über das Ganze nochmal mit erfahrenen Betriebswirten oder Controllern sprechen.

Ggf. Eigene Arbeitsplatzanalyse beginnen:
- Wieviel Stunden tue ich und meine EDV-Kollegen was?
- Wo kann ich meine eigene Arbetit rationalisieren?
- Wo entstehen unnötige Schäden und Arbeiten?

EDV ist teuer, aber wir leben in einer Welt / einem Land, wo INFORMATION der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist. Bodenschätze haben wir keine, Geld ist kein (nennenswerter) Engpass, und Arbeitskraft ist teuer.
Arbeitgeber müssen das begreifen lernen! Bei öffentlichen dauerts manchmal etwas länger.
Du ahnst, wo ich arbeite ... ;)

echo
06.12.2001, 17:32
Jetzt mein Senf zwischenrein:

Sicher ist EDV teuer, keine Frage. Aber hat schonmal jemand ausgerechnet, was die ganze Verwaltung kosten würde, wenn keine EDV eingesetzt werden würde ?!? Na?
Also bei dem Gedanken ist die EDV doch gleich viel günstiger...

echo