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Vollständige Version anzeigen : 230 Stunden für DB erstellen


Markus-Düsseldorf
26.07.2001, 20:43
Hallo zusammen ,

ich entwickle gerade eine DB für die firma x,
sie wird haben ca.: 10-15 tabellen die in beziehung stehen , form für bestelaufnahme, bestellung wird in 3 verschiedene tabelen übertragen, natürlich forms für eingaben und filtern von gemachten bestell,
habe davür ca 230 stundne veranschlagt , bin aber noch neu in diesen dingen , kann es deshalb noch nicht so einschätzen wie lange man dafür braucht

was meint ihr ?

gruss markus

Ohnesorg
27.07.2001, 08:50
Hi Markus,

es kommt darauf an, welche zusätzlichen Funktionalitäten die Datenbank noch leisten soll (Rechnungsstellung, Stammdatenverwaltung etc.) und wie viel diese Funktionalitäten leisten sollen.

Bei meiner Datenbank habe ich ein Zeitfenster von drei Monaten gesetzt, bis die erste Version der Datenbank laufzeitfähig für die Anwender im Netz steht. Dabei habe ich aber auch gleich betont, dass sie bis dahin nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht. Die Datenbank stand nach bereits zwei Monaten und ich durfte Überstunden machen, um die geforderten Funktionalitäten einzubinden.

Gruß vom Kleister-Meister Ohnesorg

A.S.
27.07.2001, 12:20
Yep..... damit kann man sich ganz ganz fies in die nesseln setzen, wenn man fixe auftragszeiten zusagt.

Habe damit auch schon meine Bekanntschaft gemacht. Veranschlagt - und vereinbart - war ein Pauschalpreis für rund 31 Stunden geworden sinds über 170. Solche Angebote gebe ich Nie Nie Nie Nie wieder ab, das war'n absolutes Geschenk :(

Gruß

Arno

tornado
27.07.2001, 12:54
Hallo Markus

Ich habe eben selbst so ein Projekt hinter mir. Wie Ohnesorg schon sagte, auch ich habe da erst mal eine Vorabversion den user'n ins Netz gestellt.

Der start meiner DB war im März 2001, jedoch mit NULL Kenntnissen in Access. Zwischenzeitlich haben wir bald Ende Juli und ich arbeite immer noch an der DB.

Warum? Erst im Betrieb zeigt sich doch, wo da noch was klemmt, wie sich die user zurechtfinden, was für Falscheingaben gemacht werden können und zu guter Letzt kommt dann noch der Chef und möchte irgend eine Auswertung.

Also denke ich, dass vielleicht erst nach einem Jahr seit Inbetriebnahme eine solche DB fertig sein kann (Ich denke da noch an Jahresabschlüsse etc.).

Trotz allem, ich bereue keine Minute (es hat ja da noch so ein tolles Forum in der Nähe :D :D )

Gruss
Roger

marmic55
27.07.2001, 13:37
Hallo,

auch ich möchte mich hier einmal einklicken. Ich habe vor 3 Jahren (leider in nichtselbständiger Arbeit) damit begonnen, für eine Behörde eine Personal-Datenbank zu programmieren.
Zuvor wollte der Chef einen Zeitrahmen festgelegt haben, den er nicht bekommen hat. Toi toi toi.

Seit Mai 2000 befindet sich diese DB in Betrieb.
Und jetzt zu tornado's Angaben:
Es hat 1 Jahr seit Mai 2000 gedauert, bis augenscheinlich alle Bugs entfernt waren.

Nun sollte die Datenbank an andere Behörden gehen: Also, nochmals ran, Kennwörter ändern, neue MDW bereitstellen, Erststart simulieren usw.:
Auch jetzt sind noch Kleinigkeiten, die verbesserungswürdig waren, aufgetreten.

Wenn Arno sagt: Nie,nie.....wieder, dann hat er meine volle Unterstützung.

Andererseits muss ich natürlich sagen, dass ich in den letzten Jahren viel gelernt und vor allen Dingen viel aufgehoben habe.
Ein gleichartiges Projekt würde jetzt schneller voran gehen.

Aber dennoch Zeitansätze mitteilen...??

Michael

Markus-Düsseldorf
27.07.2001, 16:59
@all,

vielen dank euch allen , hätte nicht gedacht dass ich so viele meinungen dazu kriege , fühle mich jetzt wesentlich wohler bei diesem meinem zeitrahmen, dachte schon ich würde mich übervorteilen, ich verstehe-dass so ein zeitfenster ganz gewaltig ins auge gehen kann , aber was will man machen , die leute wollen irgendwas hören , und da sie meist noch einen kleinen sohn zuhause haben der auch schon ne datenbank mit access zusammengeklickt hat "kann das so schwer nicht sein" wisst was ich meine,

also attacke gegn die ahnungslosen ,auf sie mit gebrüll

gruss markus

Nockenwelle
30.07.2001, 20:32
Hi,

ist 'ne schwierige Sache mit der Angebotsabgabe.

Ich erstelle und betreue u. a. Datenbanken, die bei Umweltbehörden eingesetzt werden. Mittlerweile haben die mich so weit entnervt, dass ich nicht mehr bereit bin irgend etwas zu ändern, wenn die Ihre Anforderungen nicht schriftlich formulieren und in Ihr Fachkonzept einarbeiten. Man muß bei einigen Auftraggebern unheimlich aufpassen. Die glauben, man kann mal eben alles auf zuruf machen, und dann wann alles fertig ist sagen: Nein, das haben wir aber gar nicht gewollt. Oder:das meinten wir aber gaaanz anders. Oder: Du machst es und dann kommt: Ja, aber dann muss auch noch dies und jenes gemacht werden.
Gerade im ÖD musst du tierisch aufpassen, sonst wirst du regelrecht über den Tisch gezogen. Ich kenne das auch von mittlerweilen 2 Großprojekten, die ich ebenfalls für den ÖD mit betreue. Insgesamt so um die 3 1/2 Millionen mark. Beide sind für die Firmen hochdefizitär ausgegangen. Da schämt man sich schon fast für die Seite, die man vertritt.

Ich mach das mittlerweile so, dass ich denen ein Grobkonzept erstelle, in denen Grob das Maskendesign dargestellt ist. Bis hierhin ist der Aufwand relativ Pauschal kalkulierbar. D. h. diese Arbeit lasse ich mir pauschal bezahlen.
Das lasse ich die dann abstimmen und korrigieren. Dann erstelle ich eine Korrektur des Konzeptes und die können diese mit Anmerkungen und erweiterungen füllen.

Ist das Konzept fertig, mache ich denen ein Angebot über den geschätzten Aufwand.

Auswertungen laß ich mir nur noch nach Aufwand abrechnen. Und ich lasse die mir komplett beschreiben. Ich helfe denen natürlich dabei, da die das alleine meist nicht auf die Reihe kriegen.
Das alles wird in ein Dokument zusammengefasst. Da du im ÖD fast nur komplettaufträge erreichen kannst, gebe ich die Anzahl der Stunden bekannt, die ich dafür einkaluliere und dann mach ich irgendwann schluß. Weitere Prüfungen müssen neu beauftragt werden.

Ist manchmal ein bißchen viel Aufwand, aber man erstellt dokumentierte Datenbanken, und das ganze wird kalkulierbarer. Am Anfang haben die noch gemurrt, weil Sie für den Blödsinn den sie anrichten selbst gerade stehen müssen. Mittlerweile haben sie sich aber daran gewöhnt.

Cu

Günni
04.08.2001, 18:54
Ich hab schon ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich Arno immer wiederspreche ;) ... aber wir wickeln Software-Projekte fast nur auf Festpreis-Basis ab. Nur wenn sich der Funktionsumfang zum Projektstart nicht festlegen läßt und eine iterative Entwicklung nicht gewünscht ist (wobei wir dann für jede Iteration einen Festpreis anbieten) ... arbeiten wir tatsächlich auf Honorarbasis. Natürlich ist es nicht ganz einfach, eine annähernd zutreffende Schätzung abzugeben. Klar gibts dazu einige Hilfsmittel (Stichwort: Function-Point-Analyse und ähnliches) aber im großen und ganzen braucht man einfach viel Erfahrung dafür. Ich muß sagen, dass ich mich bisher nur bei einem einzigen Projekt (zum Glück einem relativ kleinen) mal wirklich grob verschätzt hatte ... im großen und ganzen gleicht sich das aber in der Menge der Projekte immer wieder aus.

<hr>

<font color="#808080" size="2" face="Arial"><strong>Mühldorfer Günter
Computer- und Software-Service
</strong></font>
mg@mgcss.de
<a href="http://www.mgcss.de">www.mgcss.de</a></p>

A.S.
04.08.2001, 19:16
Hallo Günni,

Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben ;)

Jeder kann hier seine Erfahrungen einbringen ;) Das meine mit direkten Auftragsarbeiten an meine Firma nicht soooo riesig sind, schmälert IMHO nicht mein Wissen im Bereich Access. Zumal ich den Hauptteil meiner Arbeiten im Bereich Acc für meinen direkten AG leiste ;)

Das mir dann auch einmal, wie Dir, ein grober Schnitzer bei der Auftragskalkulation unterlaufen ist, kann ich da ruhig zugeben ;)Mittlerweile habe ich das ganz gut im Griff, gut ausrutscher macht jeder mal.

Gruß

Arno

erwin
05.08.2001, 12:00
@ günni + arno

Wenn man, wie Günni auch meint, viel Erfahrung hat, verschätzt man sich eigentlich auch bei grösseren Projekten nicht. Allerdings reicht da nmM. nicht die Erfahrung bzgl. des gewählten Realisierungstools, sondern es ist auch Erfahrung bzgl. der "Abstraktion realer Gegebenheiten" und im "fachlichen Aufgabengebiet" nötig, da nur diese es einem ermöglicht "effiziente" Lösungen zu erstellen. Gerade diesbzgl. erlebe ich immer wieder (vorallem bei sehr grossen Kunden >5000 MA) die unglaublichsten Anforderungen, welche schon diesbzgl. nur mehr eine "ineffiziente" Lösung zur Folge haben können.

Bei KMU's arbeite ich (wenn einmal die "Chemie" stimmt und ein Vertrauensverhältnis aufgebaut ist) inzwischen eigentlich - konträr zu jeder Lehrbuchmeinung - sogar ohne jedes Pflichtenheft, und habe mich *aufHolzKlopf* bei solchen Projekten noch nie verschätzt. Nicht dass ich diese Methode jemandem a'priori empfehlen würde, da das sicher nur dann möglich ist, wenn man einen sehr guten Kontakt zum Kunden hat, sich sicher ist, dass man Kundenwünsche "richtig" versteht und eben genau diese "Erfahrung" hat, mit dem "geeigneten IT-Werkzeug" die Anforderung effizient - sowohl bzgl. des Aufwandes, als auch bzgl. der Lösung in Hinsicht auf die Gesamtabläufe im Unternehmen - umzusetzen.

Im Gegensatz dazu habe ich es bei anderen Unternehmen auch schon erlebt, dass auch ein recht detailliertes Pflichtenheft nicht davor schützt, dass sich Kunde und Lieferant am Ende vor Gericht gegenüberstehen, wovon idR. nur Dritte (die Anwälte) profitieren.

so long erwin...

AWSW
05.08.2001, 18:35
Hallo alle hier,
ich weis zwar nicht, ob das die genaue Entscheidung erleichtert, wie viele Stunden man für eine DB planen sollte, aber ich habe vor ein paar Wochen zusammen mit Judith einen kleinen Entwicklungszähler gebaut, der Dir dann während der Entwicklungsphase (DB noch als .MDB) ziemlich genau die Zeit erfasst, die man benötigt hat. Ist die DB dann mal als MDE gespeichert, stoppt der Zeitzähler... Interesse ??? >>> Mail an die unten genannte Adresse und ich lade das Teil nach ein wenig Suchen in meinem Dateiwust ;) noch mal hoch, wenn Euch das hilft ???