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Vollständige Version anzeigen : Ehrliche Meinung von Freiberuflern


Tott666
21.05.2004, 14:21
Tach auch,

ich hätte gerne eine Ehrliche Meinung von Freiberuflern, bezüglich eines Netto-Stundenlohns.

Ich bin noch fest in einem Unternehmen angestellt, doch dieses Unternehmen geht gerade pleite.

Ich hätte jetzt die Möglichkeit als Freiberufler meinen ersten Kunden zu kriegen, man könnte auch sagen "Scheinselbstständig", aber um einen Korekten Stundenlohn soll der auch nicht umher kommen.

Ich weiß was ich kann und will mich auch nicht unter Preis verkaufen, aber auch nicht zu hoch ansetzen, um die Möglichkeit nicht zu verpassen.

Deshalb hätte ich gerne von denen, die in diesem Forum als Freiberufler unterwegs sind eine ehrliche Meinung, wo der durchschnittliche Stunden Satz für einen Fachinformatiker/Anwendungsentwickler liegen sollte.

Hondo
21.05.2004, 15:11
Hallo,
überleg mal was für ein Handwerker ein Stundensatz verrechnet wird.
Kürzlich kam der Kaminfeger für schlappe 12 Minuten 30 Euro verlangt, sind 150 Euro pro Stunde.
Ist natürlich ein Extrem-Beispiel, da der Kaminfeger nicht so wie du im Wettbewerb steht.
Verbindlich kann man keine Angaben machen, aber so als Anhaltspunkt würde ich sagen, zwischen 35 und 70 Euro, je nach Qualifikation, Marktlage etc.
Wenn du dich in einer Marktnische spezialisierst, kann das auch viel höher liegen. Der Preis wird halt durch den Wettbewerb gemacht. Es gibt auch mit Sicherheit Leute die für weniger Arbeiten.
Wer keine Aufträge bekommt arbeitet auch für 25,- Euro die Stunde.

Gruß Andreas

Tott666
22.05.2004, 17:49
@Hondo

danke, für deine Meinung, zumindest hab ich jetzt einen ungefähren Anhaltpunkt, wo ich mit meinen Verhandlungen anfangen kann.

Runterhandeln werden alle versuchen, ist glaube ich auch normal.

Wie gesagt, erst mal danke.

Blaster
23.05.2004, 12:32
@Tott666:
Ich würde an Deiner Stelle Dir dringend vor Augen führen, dass Du null Referenzen hast und primär erstmal ausschließlich daran denken solltest den Auftrag zu kriegen.Scheinselbstständigkeit kann sogar noch schlimmer sein als arbeitslos...

In der New Economy würde ich an Deine Stelle 35,- €/h nehmen. Old Economy hängt von Deinen Verkaufstalent und unternehmerischen Qualitäten ab ...

Wirf auch zuerst einmal ein Blick auf Deine Kapitalreserven bevor Du das Sozialsystem umschiffst und informiere Dich über Haftungsfragen etc.

Normalerweise rate ich derart unvorbereitet vorm Sprung in die Selbstständigkeit dringend ab. :rolleyes:

tom70
26.05.2004, 09:36
Hi Tott666,

ich habe den Schritt Anfang des Jahres auch gemacht. Mit der Förderung durch das A-Amt für Existensgründer (nicht Ich-AG!!!) und dem ein oder anderen Kunden bekommst Du locker mehr als dein letztes Netto.

Aber Du mußt alle Sozialleistungen selber zahlen... kostet echt viel... :( und permanente Aquise... keinerlei Sicherheiten...

Vor allen Dingen: Wenn Du die Förderung durch das A-Amt in Anspruch nimmst, verlierst Du nach 6 Monaten deine Ansprüche auf Arbeitslosengeld!!!

Informier Dich also gut, was Du machen willst. Ach ja, zu deiner ursprünglichen Frage, ich bin von Anfang an mit 50 € p.h. in die Verhandlungen gegangen, habe den ein oder anderen Auftrag nicht bekommen, fahre aber weiterhin eigentlich ganz gut damit.

In diesem Sinne viel Glück, überleg es Dir gut,

Gruß tom70

DieterB
26.05.2004, 18:12
@Hondo,

der Kaminfeger würde auch für 30min 30.-Euro bekommen.

bei Handwerkern zahlst Du häufig die angefangene 1/2 Std als volle 1/2 Stunde.
damit liegt der Stundensatz bei 60 Euro, und was bekommt der Kaminfeger?
Höchstens 15 Euro Brutto.
Als Single ohne Kinder Steuerkl I, bleiben etwa 8 Euro netto hängen
Gruß

DieterB

Hondo
26.05.2004, 21:48
Es geht doch nicht darum wieviel der Kaminfeger (oder der Programmierer) nach Abzug von Steuern etc. Netto bekommt, sondern was die Serviceleistung Kamin fegen (oder Programmieren) pro Leistungseinheit dem Endkunden kostet. Auf die Stunde bezogen sind das beim Kaminfeger vieleicht 100,- Euro.

Andreas

mabe38
29.05.2004, 11:15
Hi,

Wenn Du die Förderung durch das A-Amt in Anspruch nimmst, verlierst Du nach 6 Monaten deine Ansprüche auf Arbeitslosengeld!!!

Dies stimmt so nicht. Für eine Übergangszeit ist es möglich sich auch nach gescheiterte Existenzgründung wieder arbeitslos zu melden und die Ansprüche weiterhin zu bekommen. Näheres sie SGB III.

Ich würde hier raten, die Arbeiten Projekt gebunden zu machen und dafür einen Pauschpreis zu verlangen. Hier verweise ich auf die Anmerkungen von Phillip Berlin
klicken (http://www.ms-office-forum.net/forum/showthread.php?s=&threadid=123988&perpage=15&pagenumber=2)

Gruß Martin